Pal Zileri Herrenbekleidung
Warenwirtschaft und Kassensystem macht
sich auch für Mode-Agenturen bezahlt
Mit der Eröffnung einer Agentur für
Herrenbekleidung hat alles angefangen. Als
Michael Britsch sein Unternehmen 1987 in Freiburg
gründete, stand die Frage nach einer
Warenwirtschaft an letzter Stelle. Britsch
vertreibt aus Kollektionen italienischer
HAKA-Labels wie Pal Zileri, Umberto Bilancioni,
Falcaro und Active Cashmere.
Im Jahr 2002 nahm er die Gelegenheit wahr und
eröffnete auf 200m² Verkaufsfläche ein
Monolabel-Geschäft der Marke Pal Zileri. Dort
präsentiert er auf drei Etagen Pal Zileri, Sport,
Maßkonfektion, Accessoires, Duft, Cerimonia by
Pal Zileri und Sartoriale by Pal Zileri.
Mit dem Start im Einzelhandel entschied sich
Britsch, seine zuvor aus Textverarbeitung und
Tabellenkalkulation bestehende Warenwirtschaft
auf eine professionellere Basis zu stellen.
"Ab diesem Zeitpunkt musste etwas
maßgeschneidertes her. Ich wollte eine auf meine
Betriebsgröße zugeschnittene Lösung, die
sämtliche Aufgabenbereiche des Betriebs abdeckt",
so Britsch.
Weg mit Excel. Dazu gehören die Artikel- und
Adress- sowie Personalerfassung, die Realisierung
von Preiskalkulationen, die Erstellung von
Lieferscheinen und Rechnungen, die Abbildung von
Zu- und Abbuchungen, statistische Auswertungen
sowie eine Kassenlösung mit Berichtswesen für den
Shop.
"Als Mittelständler mit 4 Vollzeit-Mitarbeitern,
einer Halbtagskraft und zwei Aushilfen dachte ich
mir, ich schaffe das auch ohne
Warenwirtschaftsystem. Aber irgendwann habe ich
gemerkt, dass es nur mit Excel nicht mehr geht",
sagt Britsch. Die komplexen Anforderungen haben
jedoch insbesondere für kleine Unternehmen ihren
Preis. Nach längerer Suche entschied sich Britsch
für eine Lösung auf Basis der Datenbank FileMaker
Pro. Projektpartner bei der Erstellung des
Systems war Ralf Schmidt von fileWorker.de, der
sich intensiv mit den Besonderheiten der
Geschäftsprozesse einer Handelsagentur
beschäftigte.
Dadurch verfügt Britsch heute beispielsweise über
die Möglichkeit vier unterschiedliche
Kalkulationsmodelle für einen bestimmten Artikel
zu fahren. So muss er einen Preis für Importware
kalkulieren, einen zweiten Preis für Exportware,
einen dritten für Ware, die im Geschäft verkauft
wird und einen vierten für Kollektionsverkäufe zu
Sonderpreisen.
Sonderwünsche. Eine weitere Sonderfunktion wurde
durch die unterschiedlichen Größenspiegel
notwendig, da Britsch von Anfang an auf eine
saubere Bestandführung seines Lagers angewiesen
war. Darüber hinaus muss jede Größe nochmals in
Untergrößen wie lange Längen, normale Längen,
Langarm und Kurzarm unterteilt werden. Die
flexibel einzurichtende Datenbanktechnologie
ermöglichte die Realisation dieser komplexen
Sachverhalte. "Wir sparen ein Vielfaches der
früher statischen Arbeitsabläufe", betont
Britsch. Die Investition in die Programmierung
habe sich "bereits nach einem Jahr amortisiert."
So spart Britsch mittels der Datenbank-Lösung bei
der Artikelaufnahme enorm viel Zeit. Denn im
System wird ein Artikel nur geführt, bis er
mittels des Barcodescanners an der Kasse
ausgelesen wurde. Das bedeutet, dass permanent
neue Artikel aufgenommen werden müssen.
Der einst notwendige hohe manuelle Arbeitsaufwand
für Britsch und seine Angestellten entfiel mit
der Umstellung auf das fileWorker-System. Heute
liest Britsch die Daten über eine Diskette, einen
elektronischen Lieferschein oder per E-Mail in
die Software ein und kann so Tausende Artikel per
Knopfdruck übernehmen. "Eine genaue
Kosten-/Nutzen-Analyse ist schwer zu machen",
sagt er. Mit der Einführung der Warenwirtschaft,
die sich über zwei Monate erstreckte, spart er
nach eigenen Angaben jedoch Personalkosten für
ein bis zwei Mitarbeiter ein.
THOMAS SÜMMERER
TextilWirtschaft 21 vom 20.05.2004 Seite 036
Business IT/Logistik
Deutscher Fachverlag GmbH
Fileworker liefert für das Agentur-Geschäft vier
unterschiedliche
Kalkulationsmodelle für einen bestimmten Artikel.
Auch der Monolabel-Store von Pal Zileri in
Düsseldorf wird über die
fileWorkerPOS-Warenwirtschaft gesteuert.